Freitag, 22. August 2014

Meine erster perfekter unperfekter Faltenrock :)

Diese Bilder habe ich schon vor einer Weile aufgenommen. Daher sind sie auch überfällig. Mehr als überfällig.
Oben: Weste, Unten: Rock
Ich habe ja vor einer Weile angefangen zu nähen. Oder sagen wir, ich habe es einfach mal ausprobiert. Ich wollte erst ganz viel darüber lesen und wissen. Aber dann habe ich einfach angefangen. Das erste Kleidungsstück, was ich je in meinem Leben genäht habe: Ein einfacher Faltenrock!
Hier kommt seine einfach kurze Geschichte (Spoiler: sie endet leider tragisch)
Ich hatte genaue Vorstellung von der Farbe. Wie schon (in einem anderen Post) erwähnt, wollte ich eine Weste und einen Faltenrock nähen. Der Rock sollte tiefrot und die Weste eher dunkelrot werden. Das kam nicht von ungefähr, denn wenn alles gut läuft, wird daraus noch etwas mehr. Aber das werden wir noch sehen.
Sooo viel Stoff. Und da liegt er schon Doppelt!
Als erstes habe ich mich erstmal informiert wo man in Dresden gut und günstig Stoff kaufen kann. Ich dachte zwar erst, Karstadt sei eine teure Alternative. Aber es stelle sich heraus, dass es gar nicht so die falsche Wahl sei. Also ging es auf nach Karstadt. Ich hatte vorher grob (sehr grob) Maß von mir selbst genommen. Aber da ich keine Ahnung hatte, wie viel mehr Stoff man vorsichtshalber kauft und wie der Stoff abgemessen wird, habe ich deutlich viel zu viel Stoff gekauft. Ich könnte daraus gut zwei Faltenröcke nähen. Wobei ich bei der Weste ganz gut lag, da ich nicht vergessen hatte den Kragen mit einzuberechnen. Aber ich sage mal: Lieber zu viel als zu wenig!
Dazu habe ich noch Nähgarn und ein paar Utensilien (wie Stecknadeln, Druckknöpfe und so ein Dings um die Nähte aufzutrennen - hat das einen Namen??) gekauft.
Ich habe mir vorher schon ein paar Videos dazu angeschaut, wie man einen einfachen Faltenrock näht. Daher habe ich sofort angefangen ab zu messen, zu schneiden und alles fest zu stecken. Erst hier wurde mir bewusst, wie viel Stoff ich wirklich gekauft hatte :o
Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Nähmaschine. Nur bin ich grade da an den Punkt gekommen, dass ich sie wohl oder übel benötigte. Die Frage war nur: Kaufen oder Ausleihen? Spontan viel mir erstmal niemand ein, der eine Nähmaschine hatte. Aber kaufen wollte ich auch keine, da ich nicht wusste, wie lange die Euphorie anhalten würde. Also habe ich etwas weiter rum gefragt und schlussendlich doch jemanden gefunden, der eine Nähmaschine hatte. Singer. Eine sehr gute sogar.
Am liebsten hätte ich sofort an meinem Rock los genäht. Aber da ich meiner Mutter oft dabei zugesehen habe, wusste ich dass da viel schief gehen kann und habe erstmal auf ein paar Stoffresten rumprobiert. So eine Nähmaschine ist echt faszinierend. Wenn man den Faden auch nur an einer Stelle nicht richtig fädelt oder spannt, funktioniert sofort gar nichts mehr. Da brachte mir natürlich auch viele Minuten der Ratlosigkeit. Aber im Endeffekt, war es dann um so großartiger, wenn man die Lösung des Problems herausfand. Ich habe auch sehr viel mit den Einstellungen rumprobiert. Aber für meinen Rock sollte ein einfach grader Stich genügen.
Meine erste Naht!
Vor meiner ersten Naht war ich so nervös. Ich wusste nicht, ob ich genug Stoff überstehen hatte, wie schnell die Nähmaschine nähen würde und was ich alles nicht beachten und vergessen könnte. Nachdem die Naht aber vollbracht war, war ich so stolz wie lange nicht mehr. Und dabei war es doch nur eine Naht. Wenn kleinen Dingen einen faszinieren *-*
Der Rest ging schnell. Die Falten hatte ich ja schon markiert und abgesteckt und dann musste nur noch alles genäht werden. Hier und da habe ich nochmal etwas gekürzt und abgeschnitten, aber das lief alles gut soweit. Als das getan war, habe ich ihn dann schon mal mit Stecknadeln festgesteckt und anprobiert. Ich war so begeistert. Dann wurden nur noch die Druckknöpfe angenäht und fertig war der Rock. Perfekt.



Ha von wegen.. - Immer diese kleine Perfektionistin in mir. Irgendwann jage ich sie nochmal davon. - Die Falten gefielen mir nicht. Sie sind nicht so schön gefallen, wie ich es mir vorstellte. Daher wollte ich noch einmal drüber Bügeln. - Und da kommen wir zu dem ungeduldigen Kind, das ich auch immer noch bin. - Mein Bügeleisen brauch immer so ewig um warm zu werden, also habe ich es auf ganz heiß gestellt. Bevor ich anfing zu Bügeln drehte ich es wieder runter und wartet nochmal kurz. Leider nicht lange genug. Jetzt habe ich ein Bügelloch in meinem Rock. Wenn man will sieht man es nicht. Aber ich sehe es. Und ich könnte sterben. Doch ich hoffe mal, der Rock erfüllt seinen Zweck trotz allem.
Zur Not kann ich ihn ja nochmal neu nähen, genug Stoff hätte ich ja. Aber die Zeit. Oh je die Zeit.